Johanna von Orleans:
Geheimnisvolle Stimmen treiben Johanna von Orleans zu unglaublicher Willenskraft an. In doppelter Gestalt folgt sie ihnen, zunächst zum glorreichen Sieg über die Briten, dann ins eigene Verderben: Johanna von Orleans steht zum einen als mannshohe Stabfigur mit stolzem Gesichtsausdruck auf der Bühne, wird umtanzt, im Rhytmus geschwungen, liebkost oder beschimpft. Gleichzeitig wird die sagenumwobene Frauenfigur gesprochen, getanzt, zum Leben erweckt.
Schillers Drama „Die Jungfrau von Orleans" wurde neu arrangiert und in szenischen, atmossphärischen Bildern aus Schauspiel, Figurenspiel und Tanzperformance auf die Bühne gebracht.
Befreit von der Staffage vieler Nebenfiguren und einer allzu märchenhaften Handlung konzentriert sich unsere Bearbeitung auf die dramatisch starken und lyrisch reizvollen Szenen. Hier wird die Zerissenheit des Hirtenmädchens deutlich, die zwischen Idee und Welt, Vernunft und Sinnlichkeit, Unterwerfung unter göttlichem Auftrag und Humanität steht. Sie ist nicht die „Heldin", die unter Berufung auf Gott ihre Feinde meuchelt. Sie ist auch geprägt von Zweifel, Angst, Trauer und Verletzlichkeit. Als sie den englischen Fürsten Lionel töten will, überwältigt sie ein ohnmächtiges Gefühl der Liebe für ihn. Kurz darauf wird sie der Hexerei angeklagt. Ohne sich zu verteidigen, provoziert sie ihren Tod.
Schauspiel, Figurenspiel, Tanz: Davorka Kulenovic, Hugh Turpan, Lydie Vanhoutte, Michael Kunze
Regie: Mark Boldin, Figurenbau: Lydie Vanhoutte.
Ab 12 Jahren.